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Verfasst: Mo 3. Dez 2018, 23:06
von Morgenstern
Deine SCHWESTER?
Meine Schwester spielt auch PandT, aber im Team haben wir noch nie etwas gemacht. Wie kann ich mir das vorstellen? Sie plant was, Ihr macht die Arbeit? Und das Denken und Ausrechnen?
Mich würde es nicht stören, was durchzurechnen. Auch nicht 85% des Projekts einer anderen Person. Allerdings würde es mich stören, wenn die andere Person ihre 15 % nicht auf die Reihe bekommen würde. Aber auch nicht sehr, nur ein bisschen. Ist ja nicht MEIN Projekt. Dann klappt es bei der Mitspielerin eben nicht. Bei meinen eigenen Projekten bin ich Perfektionist, aber mich über andererloitz Projekten aufzuregen, dafür ist mir meine Kraft zu schade. Dann habe ich was zu lachen und rege mich nicht auf.
Bei mir ist alles in Ordnung. Am ersten Weihnachtstag muss ich wie immer zur angeheirateten Familie nach Espelkamp fahren, aber das ist chillig. Wenn wir am Heiligabend meine Eltern besuchen, muss ich daran denken, DAS HEMD mitzunehmen.
Verfasst: Di 4. Dez 2018, 13:13
von Aristeo Vario
Hatte ich nicht erwähnt, dass ich eine Sorellina habe? Diese spielt aber das Spiel nicht, dafür hätte sie vermutlich keine Zeit, bei dem was sie immer um die Ohren hat. Vermutlich wäre die Thematik des Spiels auch nicht wirklich etwas für sie.
Ganz konkret soll sie zu einem Projekt eine entsprechende Mappe erstellen und braucht dabei meine Hilfe. Allerdings bleibt an mir es öfter kleben, dass ich dann das Layout, die Zusammensetzung, Grafiken, Farbschema etc. erarbeite, während sie die eher leichteren Textpassagen fertig macht. Sie macht sie nicht wirklich Gedanken zu den anderen Themen, neigt dazu Dinge oft zu wiederholen bzw. nachzumachen und dabei hat man bekanntlich nichts gewonnen.
Nun, leider bin ich eher ein Kopfmensch und mache mir, wenn mich etwas ärgert, schon meine Gedanken. Leider kann man sich dabei schön selbst in Rage bringen (denken), was auch nicht gerade förderlich ist. Immerhin versuche ich dies abzulegen, es gibt bessere Dinge, die meiner Kraft/Zeit bedürfen.
Verfasst: Di 4. Dez 2018, 22:44
von Morgenstern
Ach so, es geht um ihre Arbeit. Habe ich das jetzt richtig verstanden: Sie hat sich einen Beruf ausgewählt, und ein entscheidender Teil der dazugehörigen Tätigkeiten interessiert sie gar nicht, und sie ist auch nicht besonders begabt dafür? Hoffentlich habe ich das falsch verstanden, denn das wäre ja schon bizarr.
Wenn Ihr ein Bauchmensch wäret, würdet Ihr Euch vielleicht noch viel mehr ärgern.
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 13:50
von Aristeo Vario
Der Beruf meiner Sorellina hängt nicht unbedingt allzu sehr von Kreativität, Computerarbeiten oder gar Mappen zu Projekten erstellen ab - dann wäre es sicherlich nichts für sie. Diese Tätigkeiten kommen - wenn überhaupt - glücklicherweise in einem eher mageren Rahmen vor. Ich würde auch nicht sagen, sie interessiere sich nicht für solche Tätigkeiten, nur fehlt es Ihr an Motivation sich auch einmal damit zu beschäftigen und nicht immer alles nach Schema A zu machen, sondern auch mal anderes auszuprobieren.
Vielleicht liegt es auch derzeit daran, dass sie selbst viel um die Ohren hat und es leider einige Umstände gibt, die extrem nervenaufreibend sind, wobei ich hoffe, dass diese sich bald klären werden.
Gestern jedenfalls, lief es eigentlich ganz gut. Ich habe Ihr bei der Erarbeitung der Mappe geholfen und dabei haben wir beide gut zu gleichen Teilen an verschiedenen Bereichen gearbeitet. Layout und Zusammenstellung habe ich mit ein paar Eckpunkten übernommen, sie hat die Texte geschrieben und für die Bilder gesorgt. Wir beide waren zufrieden mit dem Ergebnis.
Wirklich?
Also ich kenne es - wie gesagt - nur von mir so, dass ich mich manchmal selbst in Rage rede bzw. denke. Wenn mich etwas ganz arg ärgert, machen ich mir oft Gedanken dazu, male ein paar Bilder dazu noch aus und schon bin ich - auch wenn ich es nicht will - auf 200 und ärgere mich mehr, als es sein müsste. Schlimm ist, wenn man durch ein Ereignis auch wieder auf Gedanken kommt, die ähnlich sind oder einem wieder - ungewollt - einfallen.
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 15:59
von Morgenstern
Letzteres kenne ich auch. Besonders, wenn ich sehr müde oder erschöpft bin, fallen mir Dinge ein, die ich gar nicht mehr ändern kann. Am meisten ärgere ich mich über mich selbst - warum hast Du Dich damals so verhalten und nicht so? Warum ist Dir nicht die passende Antwort oder die passende Reaktion eingefallen? So benimmt sich aber kein Kopfmensch. Sollte ich mir nicht eher sagen, es ist passiert, Du hast (hoffentlich) was draus gelernt, das passiert Dir nicht wieder, oder sollte ähnliches passieren, dann machst Du es besser.
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 17:18
von Aristeo Vario
Gut, das kenne ich auch und ... wer nicht? Natürlich gibt es immer wieder Situationen, wo man im Nachhinein sich selbst diese Fragen stellt. Das hat sich Nio auch, rückblickend auf den Streit im Konsi. Jedoch muss ich dann sagen, ein Mensch ist eben ein Mensch und man hat nie wirklich für jede Situation eine passende Reaktion und Antwort. Man kann sich nicht auf alles vorbereiten und - so wage ich es zu behaupten - selbst wenn, dann spielen so viele Faktoren eine Rolle, die man kaum einberechnen oder erwarten kann. Das Ergebnis ist immer anders, als man es sich denken kann.
Es ist so ein wenig wie die Frage, was mache ich z.B. wenn ein Auto auf mich zugefahren kommt. Selbstredend würde man immer sagen, ausweichen, zur Seite springen, eben nicht "dumm dastehen" und das Auto angucken. Diese Situation kann man natürlich in der Theorie, ganz trocken durchgehen und die Frage so beantworten, jedoch selbst in dieser Situation zu sein, ist etwas komplett anderes. Es kommt so viel auf einen zu, so viele unterschiedliche Dinge und Faktoren, es ist einfacher gesagt als getan. Im Nachhinein kann man sich immer leicht selbst in Frage stellen und sagen (sich ärgern) "ach hätte ich es doch anders gemacht".
Ich finde es immer wichtig, zu sich selbst sagen zu können: "ja, ich habe da einen Fehler gemacht, mich evtl. nicht gut benommen oder gut reagiert, aber ich kann es nicht mehr ändern. Ich habe daraus gelernt und bin auf das nächste mal etwas mehr vorbereitet." Auch finde ich es wichtig, sich selbst immer zu sagen, dass oft mehrere an einer Situation beteiligt sind und sich ggf. niemand wirklich mit Ruhm (nein nicht Rum, das ist was anderes ^^) bekleckert hat. Die Gegenseite macht genauso Fehler und ist oft auch nicht anders.
Wo habe ich das nur her? *grübel* Muss es irgendwo mal gelesen haben... jedenfalls sagte einmal wer, dass die wahre Hölle auf Erden so aussieht, dass man sich selbst regelrecht in Stücke reißt, sich zerfleischt.
Ach ich könnte stundenlang über ein solches Thema schreiben, da hat man immer so viel zu erzählen und kann seine verschiedenen Ansichten teilen, darüber diskutieren, regelrecht philosophieren, aber das führt wohl etwas zu weit Später kann man uns nicht mehr folgen
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 17:43
von Morgenstern
Ich kann mir sogar vorstellen, dass man dumm dasteht und das Auto anguckt. Ich habe mal in einem auf dem Beifahrersitz gesessen, und von rechts kam eine Ente (zum Glück NUR) auf uns zu, die hätte bremsen müssen, aber nicht mehr konnte. Ich hätte meinen Freund anbrüllen können und vielleicht auch sollen, GIB GAS!!!
Aber... erstens lief alles auf einmal in Zeitlupe ab, und ich dachte, aha, die fährt gleich in uns rein. Zweitens konnte ich nicht so schnell realisieren, dass wirklich vor uns alles frei war. War es wohl, ich weiß es nicht mehr genau. Und ich dachte auch gleichzeitig, hey, wo ist der Tank? Schaffen wir vielleicht nur einen Meter, und dann trifft sie den Tank? Hm, so traf sie meine Tür, was nicht so schlimm war, es war ein sehr altes Auto, und die Tür war richtig dick. Tja, mein Freund hat mich dann auch gefragt, warum ich nicht "gib Gas" gerufen habe. Ich konnte die Frage beim besten Willen nicht vernünftig beantworten.
Ansonsten ist es das berühmte weite Feld. Eventuell fragt man sich, lohnt es sich? Und hinterher denkt man, man hätte vielleicht doch nicht "kampflos" aufgeben sollen. Oder jemand benimmt sich wirklich wie ein *PIIIIIIIIIIIEP*, und man will sich nicht auch so benehmen. Oder man hätte was sachliches äußern können, war aber in dem Moment sowas von verblüfft. Und hat sich deshalb überrumpeln lassen.
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 21:41
von Aristeo Vario
Eigentlich finde ich es sogar das normalste - wenn man das so sagen darf - was man im ersten Augenblick macht. Es geht in einem selbst plötzlich so viel vor, man denkt quasi an alles, aber irgendwie nicht daran, schnell zur Seite zu springen.
Das was Ihr da schildert ist wirklich sehr spannend und interessant, eigentlich unterstreicht es nochmals meine Aussage, So viel schwirrt einem im Kopf herum, man kommt auf Sachen, auf die wäre man eigentlich nicht gekommen. Man selbst realisiert die ganzen Dinge um sich herum nicht wirklich. Von Außen betrachtet ist es wirklich immer leicht zu sagen: "Du hättest das und das sagen/machen sollen", aber erst einmal selbst in der Situation, dann ist es einfach anders.
*hihi* und sofort fällt mir Effi Briest wieder ein, das wohl berühmteste Zitat in Fontanes Werk (und auch das einzigste, was mir geläufig ist). Gan zgenau solche Argumente oder Fragen kommen/stellen sich dann hinterher. Gerade Streitigkeiten und Konflikte im Nachhinein betrachtet ergeben ein vollkommen anderes Bild, erst recht, wenn man es nur von Außen wahrnimmt oder auch die Hintergründe kennt. Aber wie gesagt, über solche Themen kann man Stunden schreiben
Ähnlich ist ja auch Kommunikation. Ich erinnere mich noch immer genau an das eine Modell (war es Schulz von Thun?). Kommunikation ist so unglaublich vielschichtig und das nicht nur in gesprochener Art und Weise, auch das geschriebene Wort, von dem man meinen könnte, es sei doch eindeutiger, als das gesprochene, da bei dem gesprochenem ja mehrere Faktoren und Einflussgrößen mit dabei sind. Aber das ist ja auch ein Thema für sich.
*lach* Ich schneide immer ein Thema nach dem anderen an, hoffentlich gehen die Themen nicht aus oder ich plappere zu viel
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 23:51
von Morgenstern
Ja, ich wollte ja mit der Schilderung meines Erlebnisses Eure Aussage unterstreichen. Um zu sagen, ja, genau so ist es, habe ich auch schon erlebt.
Ja, dann macht mir doch bitte die Freude, stundenlang darüber zu schreiben. Mir gefällt das sehr gut.
Was die Kommunikation betrifft, da fehlt mir die Bildung. Ich weiß nicht, was das Modell von Schulz von Thun ist. Ich habe davon noch nie gehört oder gelesen. Was mich selbst betrifft, ich mag keine Geräusche. Jedenfalls fast nicht, manchmal muss ich mich damit abfinden. Das Schreiben war für mich schon im Teenager-Alter eine Offenbarung. Ich habe Tagebuch geschrieben, um meine Gedanken zu sortieren.
Und viele Jahre später habe ich Foren für mich entdeckt. Endlich konnte ich mal ausreden und hatte Zeit zum Nachdenken, ohne unterbrochen zu werden, ohne, dass mir jemand dazwischengequatscht hat. Ich fürchte, ich mag gar keine Hektik und mag Stille und Zeit zu haben, um meine Gedanken zu entwickeln. Darum schreibe ich lieber, statt zu reden.
Verfasst: Do 6. Dez 2018, 13:59
von Aristeo Vario
Und, wie ich bemerken darf, das ist Euch auch gelungen
Nun, ich könnte natürlich weiter über dieses Thema schreiben. Sogar Beispiele geben zur Thematik, dass gerade bei Fehlenden Hintergrundinformationen und nur bei der Betrachtungsweise des Oberflächlichen, ganze Beziehungen kippen können, wie ich erleben durfte. Dass auch vielen Menschen nicht mehr ganz bewusst zu sein scheint, dass man mehrere Informationen zu einer Situation braucht, als nur die, die man offensichtlich kennt bzw. sehen kann. Oft sind es die versteckten Dinge, die ein komplett anderes Licht auf eine Thematik werfen.
Wenn Ihr etwas über dieses Modell wissen möchtet, könnte ich es evtl. kurz erklären für euch, es ist ein interessantes Modell wie ich finde und wir haben es damals in der 11. Klasse lernen müssen.
Auch ich mag eher das geschriebene Wort, ich selbst schreibe auch gerne, egal ob humoristische Kurzgeschichten, eigene Gedankengänge oder wie hier einfach so. Der Vorteil des Geschriebenen besteht darin, dass man sich - wie Ihr sagtet - Zeit lassen kann mit der Niederschrift seiner Gedanken und Worte. Anders als im persönlichen Gespräch, wo man ganz schnell überrumpelt werden kann, gehörig aufzupassen hat, dass man alles so gut es geht mitbekommt. Hier hingegen kann man schnell etwas anders formulieren, die Gedanken nochmals korrekturlesen ehe man diese absendet.
Ich kann es auch nicht gut leiden, gerade in Diskussionen, auch wenn diese noch so emotional geführt werden, wenn man jemanden unterbricht oder einfach dazwischenplappert. Jeder sollte Ausreden dürfen und ich finde es sogar ganz wichtig, sonst geht so viel verloren und man kann schnell jemandem einen Strick aus den eigenen Worten flechten. Grauenhaft so etwas. Mir persönlich geht das schreiben schnell von der Hand, es ist sehr angenehm, jedoch Tagebuch habe ich nie so wirklich geführt, also ernsthaft. Das Problem beim Tagebuch finde ich oftmals - so war es zumindest bei mir rückblickend betrachtet - dass man doch eher dazu neigt, schlechtere Dinge niederzuschreiben, als die positiven. Wobei es bei mir sein kann, dass ich oft Dinge erleben musste, über die man sich so richtig ärgern konnte. Aber dennoch, sich seinen Ballast, seine eigenen Gedanken zu etwas niederzuschreiben, egal in welcher Form, kann doch sehr befreiend sein und gerade in jungen Jahren äußerst hilfreich.
*hihi* Wer unseren Verlauf mitbekommt, dürfte sich auch wundern, über welch Themen wir plaudern.